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Ein ganz besonderer Umzug

5.März 2025

Zum 66. Mal schlängelte sich der Donzdorfer Fasnetsumzug durch die Gassen der Lautertalmetropole. Ein närrisches Jubiläum das entsprechend gefeiert wurde und bei dem selbst Petrus in Feierlaune war. Bei einem Kaiserwetter, wie man es lange nicht mehr am Fasnetssonntag erlebt hatte, strömten über 35.000 Zuschauer ins Fasnetsdorf. Und die sahen einen besonderen Jubiläumszug. In jeder Hinsicht.

Denn bereits lange vor dem großen Tag war allen klar, dass dieser Umzug besonders werden würde. Das lag natürlich an dieser bedeutsamen Narrenzahl. Aber auch an den aktuellen Umständen, die eine Veranstaltung wie diese zu einer wahren Herausforderung machen. Eine Herausforderung, die leider viele Veranstalter in ganz Deutschland in die Knie zwang. Natürlich gingen die verschärften Sicherheitsvorgaben auch am Kulturring nicht spurlos vorbei. Dennoch handelte es sich dabei lediglich um Feinjustierungen des bestehenden Sicherheitskonzeptes. Denn selbst die Polizei bestätigte, dass die bereits seit vielen Jahren gelebten Sicherheitsmaßnahmen in Donzdorf auf einem extrem hohen Niveau waren und sind. 

Dafür sorgen unter anderem mehr als 400 Helfer: Ehrenamtliche Mitarbeiter des Kulturrings unter der Leitung von Umzugsleiter Hans-Peter Wiegand und professionelle Helfer der Feuerwehr, des THW, der Polizei und Malteser. Gemeinsam, Hand in Hand für eine größtmögliche Sicherheit beim 66. Donzdorfer Fasnetsumzug. Es war alles für ein friedliches Narrenfest vorbereitet. Und das blieb es auch. Ausgelassen, fröhlich – aber friedlich, ohne nennenswerte Zwischenfälle.

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Einzigartige Mischung aus schwäbisch-alemannischer Fasnet und rheinischem Karneval

Eine Stimmung die nicht besser zu diesem gigantischen Gaudiwurm gepasst hätte. Neben der herausragenden Organisation dieser Mammutveranstaltung, sind es vor allem die Gruppen, die den Donzdorfer Fasnetsumzug zu etwas ganz Besonderem machen. Und sicherlich auch die einzigartige Mischung aus rheinischem Karneval und schwäbisch-alemannischer Fasnet.

Da dürfen natürlich die acht Donzdorfer, Reichenbacher und Winzinger Brauchtumsgruppen (Fleckle, Häfales Schemma, Hexen, Radschellenschläger, Schloßgoischd´r, Waldschrat, Moschdschlozer, Holzbrockeler ) ebenso wenig fehlen, wie die Stroh- und Tannenmänner der Skizunft Donzdorf. Eine Tradition, die es aufgrund des enormen Aufwandes vor und auch während eines Umzuges, leider kaum mehr in der schwäbisch-alemannischen Fasnet zu bestaunen gibt. Eine Tradition, die auch in Donzdorf vor nicht allzu langer Zeit kurz vor dem Aussterben stand. Doch seit einigen Jahren hat die Traditionsgruppe einen derart großen Ansturm erlebt, dass die Skizunft aus diesen Reihen im nächsten Jahr sogar zum ersten Mal das Prinzengefolge stellen wird. Die Donzdorfer Fasnet lebt – vor allem in diesen Zeiten – mehr denn je.

Gastgruppen des Donzdorfer Umzuges

Zum Brauchtum zählt auch die befreundete Narrenzunft Jetztischdrdeifllos aus Süßen. Eine von fünf auswärtigen, befreundeten Gruppen am Donzdorfer Fasnetsumzug. Seit mehreren Jahrzehnten steuern bereits die Waldstetter Wäschgölten einen eigenen Motivwagen bei, der sich dieses Jahr auf das 750ste Gemeindejubiläum bezog. Genau das gleiche Jubiläum feiern die Freunde aus Salach, die aus diesem Grund in diesem Jahr ebenfalls mit einem gelungenen Wagen den Weg nach Donzdorf antraten. Vierte Gastgruppe waren die Nenninger Hopfa Klopfer, die – nach ihrer Premiere im letzten Jahr – dieses Mal mit einem VFB-Wagen und einem überdimensionalen Fritzle so richtig durchstarteten. Fehlen durfte natürlich auch die Wäschenbeurener Tanzgarde nicht, die bereits zum 39. Mal das Tanzbein geschwungen hat.

Musikalisch bereicherten die Musikvereine aus Wißgoldingen und Schnittlingen, sowie den Fanfarenzügen aus Jebenhausen und Heiningen als Gastgruppen den Jubiläumszug. Zusammen mit der Eisritter-Guggenmusik der Donzdorfer Nodabiagr und dem Musikverein Donzdorf – der seine 66. Teilnahme feiern durfte – sind diese Musikgruppen ein wichtiger Teil des Donzdorfer Fasnetsumzuges.

Farbenprächtige Fußgruppen

Zu den traditionellen Fußgruppen gehört der Donzdorfer Narrenbüttel, der den Fasnetsumzug eröffnete und von einer großen Gruppe von Clowns begleitet wurde. Vor dem Schlusswagen des Kulturring Donzdorf leitete das Kulturring Ballett mit Tanzeinlagen das finale des großen Gaudiwurms ein. Bereits zum 25. Mal begeisterte der StT. BimBamBino als große und farbenfrohe Fußgruppe die Besucher. Zum nicht-närrischen Jubiläum orientierte sich die gelbe Fasnetsschar am 50-jährigen IKEA-Bestehen. Und zeigte, zusammen mit der Clown-Gruppe, dass auch Familien am Donzdorfer Umzug problemlos gemeinsam mit Jung und Alt auf der Straße feiern können.

22 eigene, große Motivwagen

Einzigartig machen den Donzdorfer Fasnetsumzug aber vor allem die großen, eigenen Motivwagen. Die fast alle in Donzdorf von Donzdorfer Gruppen und Vereinen gebaut werden. Zum ersten Mal dabei war der Geflügelzuchtverein aus Reichenbach, der sich thematisch passend der Hahn-Erziehung widmete. Neben dem Neuling eröffnete traditionell das Donzdorfer Wahrzeichen, ein überdimensionaler Kohlöffel, den Gaudiwurm. Unter der Leitung der FC Aktive ist und war der mit Papierrosen liebevoll verzierte Wagen an jedem der 66. Umzüge am Start.

Der StT. Klein Pariser Spitzbuben erinnerte mit einer großen Gitarre an die guten alten Metal-Zeiten („Nuclear Blast“) in Donzdorf, ehe die Konfetti Fetza ein buntes Gehirn in Anlehnung an ChatGPT auf die Straßen schickten. Begeistern konnten auch die Dünnbrettbohrer, die mit zwei farbenfrohen und detaillierten Clowns ebenfalls in die KI-Kerbe schlugen: „KI ist heut in aller Munde Fasnetsstammtisch, selbst an der Fasnet zu dieser Stunde, als Clowns spannt sie uns vor ihren Karren und macht uns alle zu Fasnets-Narren.“

Der StT. Woizaschlotzer spielte mit der Kombination zweier Jubiläen und ließ zum 50. Jahr Kinderüberraschungseier die 66. Fasnets-Überraschung aus einem überdimensionalen Ü-Ei erscheinen. Alleine die liebevoll gestaltete, sich öffnende Papierfolie des Überraschungsei war ein Blick wert. Dazu passend gesellte sich der Wagen des StT. Feschtkappa, der zu seinem 33. Jubiläum und dem 66. Donzdorfer Fasnetsumzug einen großen Narren aus einer farbenfrohen Geburtstagstorte erscheinen ließen. 

Ja, es war das Jahr der Jubiläen.

Der StT. Lautertal Soccers dagegen zelebrierte mit einem Wagen und einer farbenfrohen Fußgruppe neben den lokalen Musikbands vor allem die Legenden der Beatles. Nicht weniger bunt trat der StT. Narrensamen in flammender Kleidung auf, der mit einem übergroßen Würfelbecher auf die aktuelle Koalitionsbildung anspielte: „Die Würfel sind gefallen – In Deutschland brennt’s an allen Ecken, welche Koalition kann Hoffnung wecken?“

Wie sollte es anders sein, widmete sich auch der StT. Sowieso einem Jubiläum. 100 Jahre Ahoi Brause wurden mit einem gigantischen und liebevoll gestalteten Brauseschiff gefeiert. Gigantisch war auch das nahezu originalgetreu replizierte Piratenschiff mit echten Segeln von Hinzes Team unter dem Motto: „Piraten stehn für Spaß & Freude. Unsre Fasnet flashed die ganze Meute.“

Und ja dieser Umzug hat geflasht. Auf der Erde und im All. Dahin verschlug es die Unterdorfer Lausbuben mit ihrem gigantischen Space Shuttle unter der Leitung von Elon Musk. Oder die Klaubers Hängagebliebene, die kurzerhand Donald Trump ohne Rückfahrkarte mit Elons Rakete auf den Mond beförderten. Ganz am Ende begeisterten dann erneut die Wagenbaumeister des StT. Schraubaglaubr, die Marco Polo vor 750 Jahre kurzerhand das Miniaturwunderland Reichenbach entdecken ließ. 

Es war das Jahr der Jubiläen.

Prinz Jamie I. mit dem größten Rettungsboot der Welt

Eingebettet in diese Jubiläumsschau fuhr Prinz Jamie I. mit seinem Gefolge in einer närrischen Gruppen-Trilogie durch die kleinen Gassen des Fasnetsdorfes. Den Anfang machte der StT. Lombaglomb mit einer sich drehenden Quitscheente auf einem farbenfrohen Wagen, gefolgt von einer passenden Fußgruppe. Und am Ende machte sich das Gefolge vom DLRG auf dem wohl größten DLRG-Boot der Welt auf zur Rettung. Ganz ohne Jubiläum, aber dennoch ganz besonders. Denn letztendlich ist der Fasnetsprinz der eigentliche Star der fünften Jahreszeit.

Der heimliche Star des Umzuges

Doch der heimliche Star des Umzuges war an diesem Tag der Wagen vom Isländergestüt Schurrenhof. Dieser liebevoll gestaltete Drachen war in seiner Farbenpracht und Detailtreue ein wahrer Hingucker. Zumal der Kopf sich schnaubend von links nach rechts bewegte: „Drache und Ritter, das ist kein Spaß der Schurrenhof gibt mächtig Gas! Mit Feuer und Mut und voller Pracht, wird heut die Fasnet entfacht.“

Einzigartiges Fasnetsfeuerwerk aus dem Fasnetsdorf

Genau diese Wagenbaukunst aller Gruppen entfachte ein wahres Fasnetsfeuer bei den unzähligen Zuschauern. Die Stimmung war einzigartig, war wahrlich besonders. Sicherlich wetterbedingt, aber auch der Einzigartigkeit dieses Narrenspektakels geschuldet.

So waren noch Stunden nach dem Umzug die Straßen und Gassen in Donzdorf gefüllt mit einer friedlich feiernden Fasnetsmeute. Nur unterbrochen vom Klang der Kehrmaschinen, die bereits lange vor der Dunkelheit wieder für saubere Straßen gesorgt hatten. Was aber der Bauhof lange vor dem Start des Gaudiwurms und auch an den Tagen danach geleistet hatte, findet viel zu wenig Beachtung. Wohl auch, weil es wie so vieles rund um den 66. Donzdorfer Fasnetsumzug im Verborgenen abläuft. Wie zum Beispiel die fantastische Unterstützung durch die Stadt Donzdorf, ohne die so eine Mammutveranstaltung nicht möglich wäre.

Oder einfach die unzähligen Stunden der organisatorischen Fulltime-Vorbereitungen durch Hans-Peter Wiegand. Was der Umzugsleiter mit seinem Team hier auf die Beine stellt sucht in dieser Form in der näheren und weiteren Umgebung seinesgleichen. 

Eine besondere Leistung für einen besonderen Umzug.

Der Umzugsfilm in voller Länge

Ab sofort ist der Film zusätzlich auch auf unserem Youtube-Kanal jederzeit abrufbar.

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Alle Bilder vom Umzug

Alle Bilder vom Umzug von unserem Fotografen Yannick.

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